Ein Nachruf soll nicht möglichst viele Daten über einen Menschen sammeln. Er soll etwas davon bewahren, wer dieser Mensch gewesen ist.
Geburts- und Sterbedatum gehören häufig dazu. Persönlich wird ein Nachruf aber durch Erinnerungen, Eigenschaften und kleine Einzelheiten, an denen Familie, Freunde oder Weggefährten den Verstorbenen wiedererkennen.
Mit den wichtigsten Angaben beginnen
Hilfreich sind zunächst einige Eckdaten:
- vollständiger Name
- Geburts- und Sterbedatum
- gegebenenfalls Geburts- oder Heimatort
- Familie und wichtige Lebensstationen
- Beruf oder prägende Tätigkeiten
- Vereine, Ehrenamt oder besondere Interessen
Nicht jeder Punkt muss vorkommen. Ein Nachruf ist kein Lebenslauf.
Was hat diesen Menschen ausgezeichnet?
Oft helfen einfache Fragen: Was war ihm wichtig? Wofür kannten ihn andere? Was konnte er besonders gut? Woran werden sich Familie und Freunde erinnern?
Das kann eine jahrzehntelange berufliche Tätigkeit sein. Ebenso können es der Garten, der Fußballverein, die Liebe zur Weser, das sonntägliche gemeinsame Essen oder eine besondere Art von Humor sein. Solche Details machen aus einer Aufzählung von Lebensdaten einen persönlichen Text.
Weniger kann mehr sein
Ein würdiger Nachruf muss nicht lang sein. Statt vieler allgemeiner Formulierungen ist häufig ein konkreter Satz stärker.
Solche Erinnerungen sagen oft mehr über einen Menschen aus als eine lange Reihe austauschbarer Eigenschaften.
Trauer darf sichtbar sein
Ein Nachruf darf persönlich sein. Angehörige können schreiben, was ihnen fehlen wird oder wofür sie dankbar sind. Dafür braucht es keine großen Worte.
Entscheidend ist, dass der Text zum Verstorbenen und zu den Menschen passt, die Abschied nehmen.
Was besser nicht hinein sollte
Sehr private Informationen sollten nur veröffentlicht werden, wenn dies bewusst gewollt ist. Dazu können Einzelheiten über Krankheiten, familiäre Konflikte, finanzielle Verhältnisse oder andere persönliche Umstände gehören.
Auch bei Lebensdaten lohnt sich eine kurze Kontrolle. Namen, Jahreszahlen und Orte sollten stimmen. Bei veröffentlichten Bildern muss außerdem sichergestellt sein, dass die erforderlichen Rechte beziehungsweise Freigaben vorliegen.
Eine einfache Struktur
1. Wer ist verstorben? 2. Wer war dieser Mensch? 3. Was bleibt in Erinnerung? 4. Wer nimmt Abschied?
Aus diesen vier Punkten lässt sich häufig bereits ein vollständiger Nachruf entwickeln. Ein guter Nachruf muss nicht perfekt klingen. Er sollte vor allem ehrlich, respektvoll und persönlich sein.
Redaktioneller Hinweis
Dieser Artikel ist ein redaktioneller Schreibratgeber von WeserTrauer. Für einen Nachruf gibt es keine verbindliche Standardform. Familien, Vereine und Unternehmen können Form und Umfang ihrem Anlass entsprechend wählen.